{"id":1405,"date":"2020-09-16T11:39:26","date_gmt":"2020-09-16T09:39:26","guid":{"rendered":"http:\/\/thomas-ohme.de\/leben\/?p=1405"},"modified":"2020-09-16T11:41:01","modified_gmt":"2020-09-16T09:41:01","slug":"mein-leben-in-zeiten-von-corona","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/thomas-ohme.de\/leben\/mein-leben-in-zeiten-von-corona\/","title":{"rendered":"Mein Leben in Zeiten von Corona"},"content":{"rendered":"\n<p>Anfangs dachte ich, dass das Corona-Virus sich wie eine normale Grippe entwickeln wird.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>In der Arbeit ging alles weiter wie bisher, und wir haben uns in der Abteilung erstmal keine Gedanken gemacht. Erst als uns der Chef fr\u00fcher als das Gesamthaus angeboten hat, ab sofort im Homeoffice zu bleiben wurde mir die Tragweite bewusst.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Seit 12. M\u00e4rz arbeite ich also von zu Hause aus. Und ich muss sagen, es f\u00fchlt sich gut an.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Im Gegensatz zum normalen Arbeitsalltag, wo ich erst kurz vor 19.00 Uhr heimkomme, erlebte ich hier sp\u00e4testens um halb f\u00fcnf den Fr\u00fchlingsbeginn.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Das fr\u00fche Aufstehen macht mir zwar nichts aus, aber es ist ein Unterschied ob man zeitig am Bahnhof sein muss und trotzdem nicht wei\u00df, ob der Zug p\u00fcnktlich ist.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Ich kann mit meiner Frau fr\u00fchst\u00fccken, dass ich vorher in Ruhe zubereite, wir k\u00f6nnen gemeinsam Mittag essen oder mal f\u00fcr eine Stunde einkaufen gehen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Aber das gr\u00f6\u00dfte Geschenk ist der Zeitgewinn. Ich arbeite pro Tag sechs ein Viertel Stunden, bin aber gut elf Stunden unterwegs.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem Heimkommen f\u00e4llt es schwer, noch eine Runde im Garten zu drehen um Rasen zu m\u00e4hen oder einfach die Sch\u00f6nheit zu genie\u00dfen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Auf mich wirkt es sehr beruhigend zu sehen, wie das Virus uns behindert und einschr\u00e4nkt, was der Natur aber nichts bedeutet. Ich f\u00fchle eine neue Gelassenheit, Ruhe und Selbstwirksamkeit ohne wirklich etwas zu vermissen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Und dass, obwohl ich seit \u00fcber zwanzig Jahren in einem sehr ruhigen Dorf in der N\u00e4he von Rothenburg ob der Tauber wohne. Auch vor der Krise ging es hier ruhig und beschaulich zu. Was viele als Nachteil ansehen sch\u00fctzt uns das in diesen Zeiten. Die Nachbarh\u00e4user stehen weit genug auseinander und beim Einkaufen wird auch in der Stadt die n\u00f6tige Disziplin gewahrt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Ich sehe hier einfach meine Werte best\u00e4tigt und bereue es keinen Moment so weit auf das Land gezogen zu sein. F\u00fcr mich ist es kein Problem auf Gastronomie, Einkaufstempel oder weitere Ausfl\u00fcge zu verzichten. Stattdessen sehe ich bewusst, was das Fr\u00fchjahr alles hervorbringt. Und das ganz von alleine.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>In der Gro\u00dfstadt ist das nicht das wichtigste Thema, es gibt ja genug Ablenkung. In N\u00fcrnberg aufgewachsen habe ich sehr gerne die vielf\u00e4ltigen M\u00f6glichkeiten genutzt: Kino, Konzerte, Ausstellungen und Kneipen, die man heute als linksgr\u00fcn versifft bezeichnet. Man sah sich einen Film an und diskutierte anschlie\u00dfend bei einem Bier dar\u00fcber. Und dass, was man tat machte man ohne eine einzige Ablenkung, man war bei sich und den anderen. Kein Smartphone, kein Event st\u00f6rte einen dabei.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn ich heute sehe, dass ein Klavierkonzert h\u00e4ngend an einem Kran gespielt, im Museum eine Schnitzeljagd veranstaltet wird, damit der Besuch nicht langweilt, stellt sich die Frage wie es \u00fcberhaupt um unsere Kultur bestellt ist.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Das gleiche gilt f\u00fcr den Urlaub. Ohne permanente Bespa\u00dfung und Animation geht gar nichts. Als wir vor Jahren in Ischia waren, ging es gleich darum, m\u00f6glichst viele Ausfl\u00fcge zu buchen, die Insel in Ruhe anzusehen und zu genie\u00dfen war nicht vorgesehen. Wir haben uns sofort abgesetzt und unvergessliche Momente erlebt. Kleine Ausfl\u00fcge zu den Inselorten, gegessen in kleinen Bars und viele Einheimische kennengelernt, die uns von ihrer Heimat erz\u00e4hlt haben.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Und schon fr\u00fcher machte ich einw\u00f6chige Wanderungen durch das Fichtelgebirge, den Frankenwald und die Rh\u00f6n. Neben der Entdeckung mir bis dahin unbekannter Landschaften machte ich wunderbare Erfahrungen mit den Gastwirten und anderen Menschen die mir begegnet sind.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Vorher besch\u00e4ftigte ich mich ausf\u00fchrlich mit dem was ich eigentlich wollte, und dann gab es die daf\u00fcr notwenige Klarheit. Was ich sonst noch h\u00e4tte machen k\u00f6nnen und was ich vielleicht verpasse spielte keine Rolle mehr.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Deswegen ist dann mein Leben ausgewogen, wenn es zwischen diesen anregenden Erlebnissen immer wieder Zeiten der Ruhe, Besinnung und Reflexion gibt.&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Anfangs dachte ich, dass das Corona-Virus sich wie eine normale Grippe entwickeln wird.&nbsp; In der Arbeit ging alles weiter wie bisher, und wir haben uns in der Abteilung erstmal keine Gedanken gemacht. 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