Herbstleuchten für Herz und Geist

Wieder gab es im Gästehaus St. Georg des Kloster Weltenburgs ein spannendes Seminar „Lebenskunst im Alltag“ mit Michael Ragg.

Schon die Anreise war vielversprechend, nach einem wunderbaren Morgenrot.

Wir fuhren ab Greding durch das Altmühltal, bei schönem Wetter und herrlicher Herbstfärbung. Eine kleine Pause legten wir im schönen Städtchen Beilngries ein und besuchten anschließend Kloster Plankstetten.

Um 17.00 Uhr kamen wir in Weltenburg an und wurden herzlich begrüßt. Nach dem guten Abendessen begann die Vortragsreihe zur: „Dankbarkeit – die unterschätzte Tugend“. Seit ich sechzig Jahre alt geworden bin erlebe ich das persönlich noch viel tiefer. Es ist nicht selbstverständlich jeden Tag gesund aufzuwachen, ein sicheres Haus und einen vollen Kühlschrank zu haben, nette Menschen treffen zu können und körperlich immer noch fit zu sein. Deswegen empfinde ich eine tiefe Dankbarkeit dem Leben und Gott gegenüber. Der Abend klang in der gemütlichen Cafeteria aus.

Am Samstag nach einem reichhaltigen Frühstücksbuffet ging es weiter mit „Gott sei Dank – wie die Freude am Leben beleibt“ und „Aufräumen – im Haus und im Leben“. Hier wurde eifrig diskutiert was man denn entsorgen könnte, mir fällt es schwer Bücher, obwohl sie niemand will, wegzuwerfen und damit war ich nicht alleine. Genauso mit Andenken aus der Familie oder einem Urlaub. Letztendlich, wenn man es nicht selber macht, wälzt man es auf die ab, die sich nach dem Tod darum kümmern müssen.

Am Nachmittag kamen die anspruchsvollsten Themen „Mein Tod, meine Entscheidung? – Die Würde des Lebens bis zuletzt“ und „Popsongs im Friedwald? – Bestattungskultur als christliche Lebenskunst“. Hier ging es um Sterbehilfe und die heutigen Möglichkeiten sich beerdigen zulassen. Für mich als gläubigen Christen kommt Sterbehilfe nicht in Frage, dass ich lebe habe ich nicht mir zu verdanken und wann ich sterbe steht auch nicht im meiner Macht. Aber ich setze mich damit immer wieder auseinander. Denn wenn ich mir über meine Sterblichkeit Gedanken mache wird jeder gelebte Tag umso wertvoller. Cicely Saunders (1918–2005) sagte einmal. „Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben“.

Und auch meine Beerdigung soll traditionell sein. Ich habe zwar keine Nachkommen aber ein sehr altes Familiengrab. Hier möchte ich einmal bestattet werden. Vielleicht denken Menschen, die ich kenne und die daran vorbeigehen, an mich und haben einen Ort der Trauer.

Nach dem Abendessen gab es zum Thema Sterbehilfe einen sehr berührenden Film „Toni und Helene“ von 2024, ich kann ihn sehr empfehlen.

Wieder klang der Abend bei Weltenburger Bier und schönen Gesprächen aus.

Zum Abschluss am Sonntag ging es um die Zukunft der Kirche: „Es knospt unter den Blättern – der stille Wandel im Zeitgeist der Hoffnung für Kirche und Gesellschaft“ sowie „Freut euch in der Hoffnung (Röm 12,12). Mir liegt mein Glaube sehr am Herzen und ich bin davon überzeugt, dass die Kirche, d.h. die Glaubensgemeinschaft, weiter bestehen wird. Zwar als qualifizierte Minderheit aber umso überzeugter, auch wenn Personal, Gebäude und Geldmittel weniger werden.

Wir bedanken und herzlich bei unseren Freunden, die wir dort immer wieder treffen, bei Michael Ragg, dem gastfreundlichen Haus und den lieben Teilnehmern für eine wertvolle, inspirierende Zeit.

Nächstes Jahr sehen wir uns wieder beim Wochenende „Die seelische Hausapotheke“ – wir freuen uns sehr darauf!

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